Olympiagelände Berlin

Olympiagelände Berlin: Schwimmstadion
artie*, https://flic.kr/p/9jHakt, CC BY-NC-ND 2.0;
Olympiagelände Berlin: Schwimmstadion

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1931 — 1936
  • Architekt/in Werner March

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 2000 — 2004
  • Architekt/in gmp – Gerkan, Marg & Partner

Erweiterung

  • Baujahr / Bauzeit 2000 — 2004
  • Architekt/in gmp – Gerkan, Marg & Partner

Gebäudetypologie

Gemeinwohl

Auch bekannt als: Reichssportfeld; heute: Olympiapark

Dieser herausragende Bau ist Teil des digitalen Vermittlungsformats „100 Jahre Architekturgeschichte zwischen 1900 und 2000“, das ab April 2019 auf dieser Webseite zugänglich sein wird. Der Ort ist nicht Teil der Grand Tour der Moderne und nicht zugänglich.

Im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf erstreckt sich eine der monumentalsten Sportanlagen Europas: das Olympiagelände. Das heute denkmalgeschützte Ensemble entstand zur Olympiade 1936 nach Plänen Werner Marchs als erstes großes Bauprojekt der Nationalsozialisten. Neben dem Olympiastadion umfasst das 130 ha große Areal unter anderem ein Aufmarschgelände sowie eine Freilichtbühne.

Bereits 1909 eröffnete am Standort eine Pferderennbahn, 1916 entstand das Deutsche Stadion nach Entwürfen von Otto March. Sein Sohn Werner March erhielt 1931 den Auftrag, das Stadion umzubauen, da Berlin zum Austragungsort der Olympischen Spiele ernannt wurde. Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten ordnete Adolf Hitler persönlich einen kompletten Stadionneubau und die Errichtung eines „Reichssportfelds“ an. March blieb beauftragt und realisierte das Prestigeprojekt für die Olympiade 1936, das die Nationalsozialisten zur Selbstdarstellung und Propaganda nutzten.

Marchs Entwurf orientierte sich an Bauten der Antike. In der Ost-West-Achse der symmetrischen Anlage bildet der Olympische Platz den Auftakt, gefolgt vom Olympiastadion für 110 000 Zuschauer. Dem Stadionbau ist seine moderne Stahlbetonkonstruktion nicht anzusehen: Die Außenwände sind mit einer Natursteinverkleidung aus Muschelkalk und Travertin versehen. Die Öffnung des rund 300 mal 230 m umfassenden Stadionovals am Marathontor betont den axialen Charakter. Auffällig ist die relativ geringe Außenhöhe des Stadions: Das Spielfeld liegt zwölf Meter unterhalb des Eingangsniveaus. So wirkt das Gebäude weniger mächtig als spätere NS-Repräsentationsbauten.

An das Stadion schließt das Maifeld an, das für Aufmärsche geplant war, mit dem 78 m hohen Glockenturm und der Langemarckhalle. Zum Gelände zählen zudem u. a. eine Freilichtbühne (heute: Waldbühne), weitere Stadien für Hockey, Schwimm- und Reitsport und eine Tennisanlage. Hinzu kommen monumentale Plastiken und Skulpturen mit idealisierten Darstellungen von Göttern und Helden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzen die britischen Alliierten bis 1994 große Teile des Geländes als Hauptquartier. Heute wird das denkmalgeschützte Areal u.a. für Sport- und Musikveranstaltungen genutzt. 2000 bis 2004 sanierte das Architekturbüro gmp das Olympiastadion und erweiterte es unterirdisch. Gmp entwarf auch eine Überdachung, die über dem Stadion zu schweben scheint und dem steinernen Schwergewicht eine neue Leichtigkeit verleiht. [KL]

Förderformel

Olympiapark Berlin
Bild von Achim Scholty auf Pixabay
Olympiapark Berlin
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