Reichssportfeld

Olympiagelände Berlin: Schwimmstadion
artie*, https://flic.kr/p/9jHakt, CC BY-NC-ND 2.0;
Olympiagelände Berlin: Schwimmstadion

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1934 — 1936
  • Architekt/in Werner March

Sanierung

  • Baujahr / Bauzeit 2000 — 2004
  • Architekt/in gmp – Gerkan, Marg & Partner

Gebäudetypologie

Gemeinwohl

Auch bekannt als: heute: Olympiapark, Olympiagelände Berlin

Am Rand des Berliner Ortsteils Westend erstreckt sich eine der monumentalsten Sportanlagen Europas: das ehemalige Reichssportfeld, das heute Olympiapark Berlin genannt wird. Das Ensemble entstand größtenteils anlässlich der Olympischen Spiele 1936 nach Plänen Werner Marchs als erstes großes Bauprojekt der Nationalsozialisten. Neben dem Olympiastadion und weiteren Sportbauten umfasst das 130 Hektar große Areal ein früheres Aufmarschgelände (Maifeld) sowie eine Freilichtbühne (Waldbühne).

Bereits 1909 eröffnete in Westend eine Pferderennbahn, nur vier Jahre später entstand in deren Innenraum das Deutsche Stadion nach Entwurf von Otto March. Dessen Sohn Werner March ergänzte 1927/28 gemeinsam mit seinem Bruder Walter March das Deutsche Sportforum und erhielt 1931 den Auftrag, das Stadion umzubauen. Später ordnete Adolf Hitler persönlich jedoch einen Stadionneubau und die Errichtung eines Reichssportfelds an, das Werner March in nur vier Jahren realisierte.

Marchs Entwurf orientierte sich an Bauten der Antike. Den östlichen Auftakt der achsensymmetrischen Anlage bildet der Olympische Platz, gefolgt vom Olympiastadion für ursprünglich 100.000 Zuschauer. Das rund 300 x 230 Meter umfassende Stadionoval mit moderner Stahlbetonkonstruktion wird von einer Natursteinverkleidung aus Muschelkalk und Travertin geprägt. Auffällig ist die relativ geringe Außenhöhe des Stadions, dessen Spielfeld und Laufbahn zwölf Meter unterhalb des Eingangsniveaus liegen.

An das Stadion schließt westlich das Maifeld an, mit dem 78 Meter hohen Glockenturm, in dessen Sockelbau die Langemarckhalle zur Verherrlichung der Gefallenen einer Schlacht des Ersten Weltkriegs eingefügt wurde. Zum heutigen Olympiapark zählen zudem die Waldbühne, das Haus des deutschen Sports (mit sehenswertem Kuppelsaal) und weitere Stadien für Hockey, Schwimm- und Reitsport sowie monumentale Skulpturen, die allesamt für die Olympischen Spiele 1936 errichtet wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beanspruchten die britischen Alliierten große Teile des denkmalgeschützten Areals als Hauptquartier, bis 1994. Heute wird es überwiegend für Sport- und Musikveranstaltungen genutzt. 2000 bis 2004 sanierte das Architekturbüro gmp • Architekten von Gerkan, Marg und Partner das Olympiastadion und erweiterte es unterirdisch. Die Architekten entwarfen auch, in enger Abstimmung mit den Tragwerksplanern, eine Überdachung, die über dem Stadion zu schweben scheint. [KL]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Olympiapark Berlin
Gretel-Bergmann-Weg 2
14053 Berlin

Ausstellungs- und Besucherzentrum Glockenturm im Olympiapark:
Am Glockenturm
14053 Berlin

Sommersaison 2019
30. März bis 3. November täglich 9 bis 18 Uhr

Öffnungszeiten

Das Gelände ist frei zugänglich.
Führungen durch den Olympiapark werden im Auftrag der Senatssportverwaltung durch die Agentur Runze und Casper oder das Sportmuseum angeboten. Sie können telefonisch oder direkt im Besucherzentrum des Olympiastadions Berlin reservieren – Anfragen unter (030) 2801-8118 oder im Internet. Telefon-Hotline-Nummer für Individualbesucher: (030) 25 00 23 22.

Förderformel

Olympiapark Berlin
Bild von Achim Scholty auf Pixabay
Olympiapark Berlin
Olympiapark Berlin
Bild von Achim Scholty auf Pixabay
Olympiapark Berlin