Weingut Kreutzenberger

Weingut / Vineyard Kreutzenberger (1929/30), Architekt / architect: Otto Prott
Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1929 — 1930
  • Architekt/in Otto Prott

Erweiterung

  • Baujahr / Bauzeit 2004 — 2004
  • Architekt/in Heibert Hamann

Gebäudetypologie

Konsum/Handel

Auch bekannt als: Weingut J. Kreutzenberger

In den Weinbergen von Kindenheim in Rheinland-Pfalz kommen nicht nur Weinkenner, sondern auch Architekturinteressierte auf ihre Kosten. Mit dem Weingut J. Kreutzenberger befindet sich dort ein Architekturklassiker der Moderne. Das Hauptgebäude des familienbetriebenen Weinguts entwarf der Architekt Otto Prott 1929 im Stil der Neuen Sachlichkeit. Knapp achtzig Jahre später erhielt der avantgardistische Flachdachbau einen Anbau. Dabei entwickelte der Architekt Heribert Hamann die Architekturelemente der klassischen Moderne zeitgenössisch weiter.

Deutlich spricht der weiße, zweigeschossige Putzbau die moderne und klare Formensprache der Neuen Sachlichkeit. Die der Hauptstraße von Kindenheim zugewandte Hauskante ist abgerundet und mit zwei übereinanderliegenden geschwungenen Fensterbändern versehen. Sie erinnern an die Bauhaus-Architektur, ebenso wie das offene Flachdach mit Dachterrasse, und strukturieren die flächige Fassade des Gebäudes. Ein ausladender Balkon auf der Ostseite und ein breiter, der Straße zugewandter Fassadenvorsprung, neben dem sich die Eingangstür des Weinguts befindet, verleihen dem kubischen Bau Kontur.

Von 2004 bis 2007 wurde das Weingut um einen Neubau und einen modernen Kellerbereich erweitert. Der verantwortliche Architekt Heribert Hamann fügte seinen Anbau mit würfelförmigem Baukörper und einer weißen, schnörkellosen Fassade bruchlos an die nüchterne, reduzierte Ästhetik des Hauptgebäudes an. In einem Kellerrundgang können Besucher nicht nur die architektonischen Besonderheiten des Komplexes besichtigen, sondern sich im Sinne eines „gläsernen Weinguts“ auch über die verschiedenen Stationen der Weinherstellung informieren.

2007 wurden die Umbauten am Weingut Kreutzenberger mit dem 1. Architekturpreis Wein gekürt, der vom Deutschen Weinbauverband, dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Weinbau und der Architektenkammer Rheinland-Pfalz vergeben wird. Das Weingut Kreutzenberger ist Teil der Kulturdenkmalliste von Rheinland-Pfalz und ein einzigartiges Beispiel für den Einfluss des Bauhauses auf die Weingutarchitektur. [KM]

Karte

Kontaktdaten und Öffnungszeiten

Adresse

Weingut J. Kreutzenberger
Hauptstrasse 5
67271 Kindenheim

Öffnungszeiten

  • Werktag : Uhr
  • Werktag : Uhr
  • Samstag : Uhr
  • Samstag : Uhr
  • Sonntag : geschlossen
  • Neujahr (01.01.) : geschlossen
  • Karfreitag : geschlossen
  • Ostersonntag : geschlossen
  • Christi Himmelfahrt : geschlossen
  • Pfingstsonntag : geschlossen
  • Pfingstmontag : geschlossen
  • Allerheiligen (01.11.) : geschlossen
  • Buß- und Bettag : geschlossen
  • Heiligabend : geschlossen
  • 1. Weihnachtstag : geschlossen
  • 2. Weihnachtstag : geschlossen
  • Silvester : geschlossen

Förderformel

Anfahrt mit dem ÖPNV:

Nächstgelegener Bahnhof der Deutschen Bahn: Bockenheim
Nächstgelegene Haltestelle ÖPNV (Bus, Straßenbahn o.ä.): Vor dem Gebäude
Weingut / Vineyard Kreutzenberger (1929/30), Architekt / architect: Otto Prott
Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com © VG Bild-Kunst, Bonn 2018
Weingut / Vineyard Kreutzenberger (1929/30), Architekt / architect: Otto Prott
Erweiterungsbau Kelterhaus, Architekt: Prof. Heribert Hamann, 2004, Südansicht
Jochen Kreutzenberger
Erweiterungsbau Kelterhaus, Architekt: Prof. Heribert Hamann, 2004, Südansicht

Dieser Ort ist Teil der Tour:

Tour 1

Vielfalt der Gestaltung erleben

Frankfurt/Main, Mainz und Kindenheim

Mit dem Reformprogramm und Pionierprojekt „Das Neue Frankfurt“ war Hessen in den 1920er-Jahren einer der zentralen Schauplätze des Neuen Bauens. Mit der Frankfurter Küche wurden neue Interieur-Standards gesetzt. Weniger bekannt ist dagegen, dass das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main Teilnachlässe der Bauhäusler Hannes Meyer und Mart Stam beherbergt oder dass die Bauhäusler Gertrud und Alfred Arndt den Großteil ihres Lebens in Darmstadt verbrachten, wo noch heute ihre Erben einen Teil ihres Archivs verwalten. Erste Stätte des Bauhaus-Archivs, das später nach Berlin umzog, war die Mathildenhöhe in Darmstadt. Schon früh galt sie als Künstlerkolonie, wo man Kunst und Handwerk zu verbinden suchte – dasselbe Ziel, das sich auch das Bauhaus bei seiner Gründung 1919 setzte.

Bauhäusler wie Herbert Bayer, László Moholy-Nagy, Josef Albers oder Joost Schmidt  haben mit der „Neuen Typografie“ oder „Elementaren Typografie“ das Grafik- und Kommunikationsdesign revolutioniert und weltweit geprägt. Ihr Wirken thematisiert das renommierte Mainzer Gutenberg-Museum anlässlich des Jubiläums 2019 mit einer umfassenden Typografie-Sonderausstellung. Darüber hinaus sollen in Rheinland-Pfalz zum Bauhaus-Jubiläum die Leistungen des Neuen Bauens vorgestellt werden. Ein Beispiel hierfür ist der kommunale Wohnungsbau in Ludwigshafen, wie die denkmalgeschützte Ebertsiedlung.

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Foto: Tillmann Franzen, tillmannfranzen.com