Grindelhochhäuser

Grindelhochhaus, Hamburg
Katrin Neuhauser / SAGA Unternehmensgruppe;
Grindelhochhaus, Hamburg

Erbauung

  • Baujahr / Bauzeit 1946 — 1950
  • Architekt/in Bernhard Hermkes, Bernhard Hopp, Carl Karpinski, Rudolf Lodders, Rudolf Jäger, Albrecht Sander, Ferdinand Streb, Fritz Trautwein, Hermann Zess

Instandsetzung

  • Baujahr / Bauzeit 1994 — 1994
  • Architekt/in Bringe Ingenieurgesellschaft

Gebäudetypologie

Wohnbau/Siedlung

Dieser herausragende Bau ist Teil des digitalen Vermittlungsformats „100 Jahre Architekturgeschichte zwischen 1900 und 2000“, das ab April 2019 auf dieser Webseite zugänglich sein wird. Der Ort ist nicht Teil der Grand Tour der Moderne und nicht zugänglich.

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg entstand zwischen 1946 und 1956 in Hamburg-Eimsbüttel die erste Hochhaussiedlung der Bundesrepublik. Das Ensemble der Grindelhochhäuser knüpfte architektonisch und konzeptuell an die Vision vom Neuen Wohnen der Zwanzigerjahre an. „Hamburgs Manhattan“ besteht aus zwölf Wohnscheiben und wurde von einer Gruppe von Architekten realisiert, die sich als „Grindelberg-Architekten“ zu einer Arbeitsgemeinschaft formiert hatten.

Die Siedlung wirkte wie ein Versprechen an die Menschen in der zerbombten Stadt: besserer Wohnraum für ein besseres Leben – verbunden mit der Auflage, dass sich die Architektur von der monumentalen Bauweise der Nationalsozialisten abheben sollte. Die Architekten Bernhard Hermkes, Bernhard Hopp, Carl Karpinski, Rudolf Lodders, Rudolf Jäger, Albrecht Sander, Ferdinand Streb, Fritz Trautwein und Hermann Zess galten als politisch unbelastet.

Damit kehrte die Moderne zurück in die Hansestadt: Schon von weitem strahlten die gelben Klinkerfassaden Leichtigkeit und Urbanität aus. Mit den klar strukturierten, parallel angeordneten Blöcken, die in moderner Stahlskelettbauweise oder als Stahlbetonbauten errichtet wurden, entstand der Traum von einer neuen Stadt. Neben den etwa 2.100 Wohnungen waren drei der Hochhäuser für Verwaltungs- und Serviceangebote vorgesehen, etwa für das Bezirksamt Eimsbüttel. Nach ihrer Fertigstellung polarisierte die Anlage: Einerseits wurde sie als seelenlos verteufelt, andererseits als „Hamburgs Manhattan“ zum gefeierten Vorzeigeprojekt.

Eingebettet in einen Park und doch mitten in der Stadt erinnerten die Grindelhochhäuser an Le Corbusiers „Wohnmaschinen“ der frühen Zwanzigerjahre. In den Erdgeschossen fand sich alles, was das Wirtschaftswunder zu bieten hatte: Läden des täglichen Bedarfs, Restaurants, eine Wäscherei, Kinderbetreuung, sogar eine eigene Tankstelle.

In den 1970er- und 1980er-Jahren gerieten die Häuser kurzzeitig in Verruf; die Bauten waren in die Jahre gekommen und verfielen zusehends. Mitte der Neunziger entschied sich die Stadt schließlich für eine umfassende Sanierung, die zehn Jahre lang dauern sollte. Heute leben etwa 3.000 Menschen in den seit 1979 denkmalgeschützten Gebäuden. [DB]

 

 

Förderformel

Grindelhochhaus, Weimar
Katrin Neuhauser / SAGA Unternehmensgruppe
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Grindelhochhaus, Hamburg
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